Raps- & Sonnenblumenöl

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Raps- und Sonnenblumenöl: ehrlich betrachtet

Die günstigen Allrounder stehen in fast jeder Küche. Doch es gibt mehr zu wissen, als die Werbung erzählt. Wir nennen die Fakten, auch die unbequemen.

Die ehrliche Einordnung

Die günstigen Allrounder

Rapsöl und Sonnenblumenöl sind die meistverkauften Speiseöle im Land. Sie sind preiswert, neutral im Geschmack und stecken in unzähligen Fertigprodukten. Rapsöl hat dabei das günstigere Fettsäureprofil mit etwas Omega-3, Sonnenblumenöl ist besonders reich an mehrfach ungesättigter Linolsäure (Omega-6). Wichtig ist der Unterschied zwischen kaltgepresst und raffiniert, denn er entscheidet über Qualität und Einsatz.

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Rapsöl kaltgepresst

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Ein Produkt der Industrie

Pflanzenöle in dieser Form gibt es noch nicht lange. Sie sind ein Kind der industriellen Lebensmittelproduktion des 20. Jahrhunderts. Das erste grosse Saatöl, Baumwollsaatöl, war ursprünglich ein Abfallprodukt und wurde chemisch zu Speisefett aufbereitet. Flächendeckend verbreitet haben sich raffinierte Pflanzenöle erst ab den 1950er bis 1970er Jahren.

Raffiniertes Saatöl ist stark verarbeitet: oft mit Lösungsmitteln wie Hexan extrahiert, dann gebleicht und desodoriert. Geworben wird seit Jahrzehnten mit dem Bild vom „gesunden Pflanzenöl“. Dieses Bild stammt zu einem guten Teil aus der Industrie selbst.

Das Problem beim Erhitzen

Hohe Hitze ist der Schwachpunkt

Sonnenblumenöl ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, und gerade die sind hitzeempfindlich. Beim starken Erhitzen, vor allem beim Frittieren, können oxidierte Nebenprodukte entstehen, darunter Aldehyde, Peroxide und Transfette. Diese stehen im Verdacht, freie Radikale zu fördern.

Für die heisse Pfanne sind diese Öle daher die schlechtere Wahl. Wer hoch erhitzt, fährt mit hitzestabilen Fetten deutlich besser.

Omega-6 und der historische Zusammenhang

Mit dem Siegeszug der Saatöle stieg der Anteil der Linolsäure in der westlichen Ernährung stark an, von rund zwei Prozent der Kalorien zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf etwa neun Prozent heute. Im gleichen Zeitraum nahmen Herz-Kreislauf-Erkrankungen dramatisch zu. Der starke Anstieg des Saatöl-Verzehrs ging dem Anstieg der Herzinfarkt-Todesfälle um ein bis zwei Jahrzehnte voraus. Eine peer-reviewte Übersichtsarbeit fasst die Hinweise zusammen, die einen Zusammenhang nahelegen.

Ehrlich bleibt: Ein zeitlicher Zusammenhang ist kein endgültiger Beweis, und die Studienlage ist nicht einig. Ein Teil der neueren Forschung sieht Linolsäure differenzierter und teils unbedenklich. Wir nennen dir bewusst beide Seiten. Auffällig genug, um genau hinzuschauen, ist der Befund allemal.

Worauf du achten solltest

  • Kaltgepresst für die kalte Küche: kaltgepresstes Rapsöl liefert etwas Omega-3 und passt in Dressings und Dips. Raffiniertes Billigöl bietet das nicht.
  • Nicht zum Frittieren: für hohe Hitze sind Sonnenblumen- und Rapsöl die schlechtere Wahl. Greife zu hitzestabilen Fetten.
  • Raps vor Sonnenblume: beim Fettsäureverhältnis hat Rapsöl die Nase vorn.
  • Weniger Fertigprodukte: der grosse Teil der Saatöle steckt versteckt in industriell verarbeiteten Lebensmitteln.

Wir wollen dir nicht das günstigste Öl verkaufen, sondern dir die ehrliche Grundlage geben. Die Entscheidung triffst du.

Quellen und weiterführende Infos

  • Seed Oils as a Hypothesized Contributor to Heart Disease: A Narrative Synthesis (peer-reviewed) , NCBI / PMC
  • Sonnenblumenöl , Wikipedia
  • Pflanzenöle , Wikipedia

Welches Öl ist die bessere Wahl?

Im Speiseöl-Überblick zeigen wir dir, welches Öl wofür taugt, von hitzestabil bis kaltgepresst.

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