Getriebe- & Achsöl: das vergessene Öl
Motoröl kennt jeder. Doch auch Getriebe und Differenzial brauchen das richtige Öl, und das ist ein anderes. Wir erklären den Unterschied.
Die ArtenWarum Getriebeöl nicht Motoröl ist
Im Getriebe wirken extreme Druckkräfte zwischen den Zahnflanken. Getriebeöle tragen daher spezielle Hochdruck-Zusätze (EP-Additive), die einen tragfähigen Schmierfilm halten, wo Motoröl versagen würde.
Deshalb hat Getriebeöl eine eigene Klassifizierung (SAE mit anderen Zahlen als beim Motor) und eigene API-Klassen wie GL-4 oder GL-5.
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Die wichtigsten Arten
- Schaltgetriebeöl (MTF): meist API GL-4. GL-5 mit mehr EP-Additiven kann hier sogar Synchronringe angreifen , also genau die Vorgabe beachten.
- Achs- / Differenzialöl: oft API GL-5, ausgelegt auf hohe Flächenpressung im Hypoidgetriebe.
- Automatikgetriebe (ATF): ein ganz eigenes, dünnflüssiges Öl. Hier ist die exakte Hersteller-Spezifikation Pflicht, ein falsches ATF kann die Automatik ruinieren.
Die Faustregel vom Motor gilt auch hier: erst die Vorgabe, dann das Öl.
Ehrlich gesagt
Viele Getriebe gelten als „wartungsfrei“, also auf Lebenszeit befüllt. Bei hoher Laufleistung oder Anhängerbetrieb lohnt ein Wechsel oft trotzdem, weil auch Getriebeöl altert. „Universal“-Getriebeöle, die alles können wollen, sind mit Vorsicht zu genießen: GL-4 und GL-5 haben gute Gründe, getrennt zu sein. Im Zweifel die exakte Freigabe nehmen. Wir liefern dir die Fakten, die Entscheidung bleibt bei dir.
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